Die Leinenwarenherstellung im Königreich Württemberg

Thomas Schuetz

Die Leinenwarenherstellung im Königreich Württemberg

Technologietransfer und technisches Expertenwissen im 19. Jahrhundert

Beiträge zur Kulturwissenschaft, Bd. 40

E-Book-Ausgabe 2018, 280 Seiten
m. 31 schwarzweißen Abb.,
Format: PDF
ISBN: 978-3-89896-901-7

26,99 €

Thomas Schuetz hat für sein Buch »Die Leinenwarenherstellung im Königreich Württemberg« den CONRAD-MATSCHOSS-PREIS für Technikgeschichte zugesprochen bekommen.

Der Preis wird alle zwei Jahre vom Verein Deutscher Ingenieure e.V. ausgelobt. Die Vergabe des Preises soll sowohl die technikhistorische Forschung als auch das Interesse der Öffentlichkeit für die Technikgeschichte fördern. Besonderer Wert wird bei der Bewertung daher auf Verständlichkeit in der Darstellung gelegt.

Auch als Printversion verfügbar.

Mit der gescheiterten Leinenmanufaktur in Heilbronn des Verlegers Johann Friedrich Cotta wird der seltene Fall eines untergegangenen Unternehmens dokumentiert und mit der erfolgreichen Einführung neuer Techniken in Blaubeuren verglichen. Die Untersuchung dieser beiden Fallbeispiele bildet den Hintergrund, vor dem der Wandel Württembergs von einem unterentwickelten Agrarland zu einem der wichtigsten industriellen Ballungsräume der Welt am Beispiel der Leinenindustrie nachgezeichnet wird. Der Diskurs um die Modernisierung unter den relevanten Akteursgruppen, namentlich Staatsdienern, Unternehmern und Experten, konzentrierte sich neben Fragen der Finanzierung und der Wissensdiffusion auf die Realisierung des Technologietransfers aus weiterentwickelten Ländern. Dafür wurden Fachkräfte abgeworben, Technik importiert und aktiv Industriespionage im Ausland betrieben. Der daraus erwachsende Wandel von der zünftigen Heimarbeit hin zur kapitalistischen, industriellen Produktion veränderte nicht nur die Arbeitsbedingungen aller involvierten Akteursgruppen nachhaltig, sondern machte gleichzeitig eine Vielzahl von Spinnern und Webern arbeitslos.