Zur Theorie und Didaktik des Handelns Geistigbehinderter

Hans-Jürgen Pitsch

Zur Theorie und Didaktik des Handelns Geistigbehinderter

Lehren und Lernen mit behinderten Menschen, Bd. 6

2. Aufl. 2005, 392 Seiten,
Broschur 15,8 x 23,5 cm
ISBN: 978-3-89896-151-6

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Die Förderung der selbständigen Handlungsfähigkeit Geistigbehinderter gerät als pädagogische Aufgabe zunehmend stärker in das Bewußtsein der pädagogischen Öffentlichkeit. Bemühungen zu solcher Förderung bedürfen jedoch einer Orientierung, die bislang nur eingeschränkt zur Verfügung steht.
Der Pädagogik fehlt eine am Kind, am Schüler orientierte Handlungstheorie, zu welcher Philosophie, Soziologie und Psychologie nur bescheidene Beiträge liefern können. Erst die Psychologie der Kulturhistorischen Schule und die von ihr beeinflußte Arbeitspsychologie bieten adaptierbare Konzepte von Handeln, Handlung und Handlungsregulation, die mit mitteleuropäischen konstruktivistischen und betriebswirtschaftlichen Konzepten verbunden werden. Lernen zu handeln kann so im Sinne der Kulturhistorischen Schule als Aneignung beschrieben werden, die als Interiorisation und Exteriorisation (Leontjew, Galperin) verläuft und in konstruktivistischer Didaktik (Aebli) eine sinnvolle Ergänzung erfährt.
Die Abfolge der dominierenden Tätigkeiten (Leontjew), die Etappen der Interiorisation (Galperin) und die bildungstheoretische wie lehr-lern-theoretische Analyse der Struktur der Lerninhalte konstituieren Feusers Konzept einer Entwicklungslogischen Didaktik, welches leicht verändert und insbesondere um die Dimension »Steuerung der Schülertätigkeit« ergänzt wird. Die so entwickelte Erweiterte Entwicklungslogische Didaktik findet ihre ideale unterrichtliche Verortung im Projektunterricht, der die höchsten Anforderungen an selbständiges Zielfestlegen, Planen, Entscheiden, Ausführen und Kontrollieren durch die Schüler stellt. Aufgabe der Schule für Geistigbehinderte ist dann die Förderung genau dieser Fähigkeiten, wozu ansatzweise ein Lehrplan skizziert wird.

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