SelbstFREMDheit

Joachim Kettel

SelbstFREMDheit

Elemente einer anderen Kunstpädagogik

Artificium – Schriften zu Kunst und Kunstvermittlung, hg. von Kunibert Bering, Bd. 8

1. Aufl. 2001, 496 Seiten
mit 37 sw-Abb., inkl. CD-ROM
mit Bild- und Textreferenzen,
Broschur 15,8 x 23,5 cm
ISBN: 978-3-932740-93-0

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Gegenwärtige Kunstpädagogik ist noch immer durch Reduktion und Stillstellung des Subjekts gegenüber sich und seinen ästhetisch-künstlerischen Lerngegenständen geprägt, die weitestgehend abstrakt-rationalistisch, analytisch und unverbunden vermittelt werden. Das vielfältig gebrochene und wechselvolle Verhältnis des Subjekts zu seiner Um- und Mitwelt wird hier durch formalisierte, standardisierte und durch simple Reproduktion oder reine Kognition geprägte Operationalisierungen, Prozeduren und Technologien auf eine überkommene Subjekt-Objekt-Dichotomie reduziert.
Eine Kunstpädagogik der Selbstreferenz bekennt sich eindeutig zur Kunst, wobei nicht die Reproduktion des immer schon Bekannten, Identischen hier die Arbeit an sich und mit der Kunst ausmacht. Erst durch die intensive ästhetisch-künstlerische Selbstaussetzung, die mit Prozessen der Offenheit, Unabgeschlossenheit und Unsicherheit arbeitet, wird das Subjekt in weitgehend selbstorganisierten, selbstgesteuerten, experimentellen und handlungsorientierten Prozessen mit dem Fremden, Anderen der Kunst, der Lebenswelt und seiner Selbst, mit dem Nichtidentischen konfrontiert. Zeit, Ort und Leib werden hier nun zu Knotenpunkten einer anderen Kunstpädagogik, die sich auch neuesten Erkenntnissen aus Ästhetik, historischer Anthropologie, Kognitionsforschung, Neurobiologie, Systemforschung und Konstruktivismus öffnet und diese mit avancierten Modellen aktueller kunstpädagogischer Vermittlungsarbeit (Selle, Stielow u. a.) verbindet.

 


Informationen zum Autor

Joachim Kettel, geb. 1955, Studium der Kunst und der Germanistik in Münster. Meisterschüler, 1. und 2. Staatsexamen für Sek. I u. II. Zahlreiche Preise und Stipendien, nationale und internationale Einzel- und Gruppenausstellungen. 1993-1995 Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Arbeit im Vorstand der Internationalen Gesellschaft für Bildende Künste (IGBK), Bonn. Hiermit internationale Künstlerprojekte und Symposien, u.a. Imaginäres Hotel, Leipzig 1994 und Kunst lehren? Wolfenbüttel/Braunschweig 1997. 1999 Promotion. Lehrtätigkeit an der Gesamtschule und an Gymnasien in Köln und Leverkusen. Arbeitsschwerpunkte: Ästhetik, Künstlerische Bildung und Praxis, Systemtheorie, Konstruktivismus, Kunst und Medien.
 

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