Rhetorische Ästhetik des Gesamtkunstwerks: <br>Joseph Beuys

Manuela Göhner

Rhetorische Ästhetik des Gesamtkunstwerks:
Joseph Beuys

Ein Beitrag zur Methode der Kunstkritik aus der Sicht
der rhetorischen Anthropologie

Artificium – Schriften zu Kunst und Kunstvermittlung, hg. von Kunibert Bering, Bd. 5

1. Auflage 2000, 264 Seiten
mit 22 sw-Abb., Broschur 14 x 21 cm
ISBN: 978-3-932740-70-1

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Am Beispiel des sozialen Gesamtkunstwerks bei Joseph Beuys wird die allgemeine Kunsttheorie durch die Perspektive der homo-rhetoricus-Anthropologie erweitert, um hieraus die rhetorische Kritik als Methode für die Analyse konkreter Kunstformen zu entwickeln. Die zugrundeliegende Auffassung, daß schon das ›natürliche‹ Redenkönnen des Menschen eine Art ›Kunst‹ zum Ausdruck bringe, hat sich in der Auseinandersetzung mit dem von Beuys vertretenen anthropologischen Kunstbegriff bewährt. In der Analyse wird die (Selbst-)Darstellung des Künstlers als ›rhetorische Figur‹ vorgestellt. Zugleich wird deutlich gemacht, inwiefern der häufig zu weit gefaßte Satz »Jeder Mensch ist ein Künstler« nicht nur als beschreibende Aussage, sondern als ethischer ›Anspruch‹ gelesen werden kann, der eine Forderung im Sinne des Soll-Sein, damit eine Begrenzung enthält. Dies wird von Joseph Beuys – so die These – in der Aktion »Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt« als plastisches Bild formuliert.

 


Informationen zur Autorin

Manuela Göhner, geb. 1961, studierte in Siegen und Essen Kunst, Geschichte und Philosophie. Nach dem Ersten Staatsexamen 1992 arbeitete sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte für Kunstwissenschaft und Didaktik. Zweites Staatsexamen und Promotion 1999.

 


 

Rezensionen:

»Bilder begründen die Bildende Kunst. Die Rede erst öffnet sie. Dies zeigt Manuela Göhner auf einem im Sinne hoher Philosophie voraussetzungslosen Niveau. Die Autorin ermutigt uns Kunsttherapeuten, uns nicht nur, wie wir es aus äußeren Gründen ängstlich tun, auf fremde Referenzen zu verlassen (im Fall der Kunsttherapie besonders die Schulmedizin und die Psychologie). [...] Am Ende liegt hier kein weiteres feuilletonistisches Beuys-Buch vor. Von ihnen gibt es zu viele, und wir Kunsttherapeuten könnten uns von ihnen zu oberflächlich bestätigt fühlen.«
Peter Rech, Kunst & Therapie, 1/2007

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