Als ob die Erde verkieselte

Kristian Rotter

Als ob die Erde verkieselte

Gedichte

edition exemplum

1. Auflage 2012, 120 Seiten,
Broschur 13 x 21 cm
ISBN: 978-3-89896-488-3

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Wortgewaltig und ausdrucksstark schafft Kristian Rotter teilweise fast surreal anmutende Sprach-Bilder und -Landschaften, die den Leser in ihren Bann ziehen.
Ob die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstverständnis als Dichter und Mensch, mit dem Kreislauf des Werdens und Vergehens in der Natur, mit Musik oder Malerei als vom Menschen geschaffene Wunderwelten – spürbar sind zwei prägende Pole:
Zum einen die überwältigende Macht des Kosmos, die immer wieder demütig staunen lässt, aber auch mit Krankheit, Tod und Vergehen Ur-Ängste birgt und dem Menschen immer wieder seine Nichtigkeit vor Augen führt.
Zum anderen wird dieser Macht die Kraft des Geistes, die Kraft der Kunst, Kultur und Sprache entgegengesetzt, die nicht nur eine besondere Intensität des Er-Lebens ermöglicht, sondern auch eine Überwindung der Vergänglichkeit.
Diese Verwobenheit von natürlicher und künstlich geschaffener Welt, die sich daraus ergebenden Möglichkeiten und Pflichten für jeden Einzelnen und damit die eigene Standortbestimmung – das ist das Wunderbare des Seins:
»Die Welt ist kein fundamentaler Fehler«.

 


 

Leseprobe

NOCTURNE

Die Augen der Nacht
fallen auf meine Schatten.

Ich öffne die Lider,
und die Schatten sind fort.

Meine Finger
beten dem Bauch des Nachtwindes
entgegen,
dessen Flossen
– zusammen mit denen
am Rücken und am Schwanz –
das Anthrazitgrau der Nacht versilbern.

Bewacht ich
von den Augen der Nacht,
die weißgolden wie Kinder strahlen.

Ich ziehe mich aus,
weil Du, die Nacht,
meine Geliebte bist.

Ich will in die Dunkelheit
Deines Schoßes …

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