Am Rande der ungestillten Brunnen

Konstanze Petersmann

Am Rande der ungestillten Brunnen

Gedichte

edition exemplum

1. Auflage 2008, 72 Seiten,
Broschur 13 x 21 cm
ISBN: 978-3-89896-310-7

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»Kein politisches Statement, kein vordergründiges, von Alltagsdingen begrenztes Thema. Mythos, Philosophie, Geschichte und Religion sind Spiegelungen ihres Empfindens, angelegt in Gedankenbildern […] ist wagemutiges Dichten, denn es ist verknüpft mit der Tradition überzeitlicher Deutung von Dasein und Welt. […]
Hier […] ist Poesie tiefster Erkundung, sind aufgespürte Dimensionen durchmessener Welt(en).«
Peter Gehrisch, Ostragehege 56 - IV/2009

Konstanze Petersmann möchte mit ihrer Poesie die Welt »lesbar« machen. Ihre Lyrik ist geprägt von Gedanken, Sinnlinien, mehrdeutigen Chiffren und Symbolen und von einer Bildhaftigkeit, die »schauend« erfasst werden wollen.
Die Suche nach einem zu Metaphysik durchstoßenden Glauben sieht sie – bereits in jedem Menschen schlummernd – als weitgehend unbewussten Urquell. Ursprung und Ziel ihrer Poesie ist dementsprechend die Annäherung an bestimmte »letzte« Wahrheiten. Dabei gehen ihre Gedichte eine Art »Liebesbeziehung« mit dem Kosmos ein. Durchdrungen von einer Lebendigkeit und Sinnlichkeit, einer atmosphärischen Dichte und Ursprünglichkeit, die den Leser tief ins Wurzelwerk ihrer Naturlyrik zieht und zugleich nach Blütenmonden greifen lässt, spüren ihre Worte den großen Antworten nach, ohne jemals den Grund ihrer eigentlichen Bedeutung zu verlassen.

 

Informationen zur Autorin

Konstanze Petersmann, geb. 1942 in Danzig, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seit 1993 veröffentlicht sie in Anthologien und Zeitschriften, 2004 erschien ihre erste Lyrikmonographie Spiegeltraum. In der »edition exemplum« erschien nach Am Rande der ungestillten Brunnen der Gedichtband Zum Lichtstern der Zeit (2010).

 


Leseprobe

 

BEIM LÄCHELN DES BLÜTENMONDES


gebeugt in versunkenem
Nachtatem erloschen die
Sphärenklänge des Seins
in die Nächtlichkeit –
… und es schwieg
der silberklingende Weltenraum:
trunken vom Licht
der Gestirne; und alsbald
entschwunden im Quell
der Vergessenheit:
umhüllt von zartem
Schleiergewebe des Sterbens,
– in irdischer Unendlichkeit
… beim Lächeln des vollen Blütenmondes

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