Jahre ohne Wurzeln

Peter Schwanz

Jahre ohne Wurzeln

Gedichte

edition exemplum

1. Auflage 2007, 148 Seiten,
Broschur 13 x 21 cm
ISBN: 978-3-89896-261-2

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Auch Peter Schwanz’ zweiter Gedichtband ist auf den ersten Blick geprägt von einer leisen Wehmut und Melancholie, einer herbstlich anmutenden Stimmung. Allerdings offenbart sich bei näherem Hinsehen in und zwischen den Zeilen eine Vitalität und Lebensbejahung, die kein ungestümes, sinnliches Aufblitzen ist, sondern ihre beständige Kraft schöpft aus einer tiefen Auseinandersetzung mit dem menschlichen Dasein und einem Annehmen und Aufnehmen des Lebens mit all seinen Widrigkeiten und dunklen Seiten.

Ist das einzige Lebensziel, ja der alleinige Lebensinhalt der Wunsch, diesen Dämonien zu entfliehen, kann das sehr schnell zu unerfüllbaren Erwartungen führen und damit dazu, sich selbst zu verlieren. Schwanz’ Gedichte fordern dagegen auf zum Innehalten, zum In-sich-Horchen, Zur-Ruhe-Kommen, zum Vertrauen in sich selbst, in sein Gegenüber und vor allem auch in unsere Seinsordnung; diese wird als Existenzform immer wieder kritisch hinterfragt, behauptet, ja erweist sich dabei gerade in mitunter radikalem In-Frage-gestellt-Werden auf paradoxe Weise als vom Seinsgrund, in herkömmlicher Bezeichnung: von Gott, getragen.

Allerdings leben wir im Gefängnis der Möglichkeiten und verkennen daher die Freiheit der Gewissheiten: Erst ein letztes Nicht-mehr-Überwinden-Wollen führt schließlich zur Überwindung, und ein In-sich-Ruhen birgt nicht zwangsläufig Einschränkung und Stagnation, sondern wird kraftgebender Raum für Veränderung.

 

Informationen zum Autor

Peter Schwanz, 1939 geboren in Schmölln in der Uckermark, publizierte nach dem Studium von Theologie, Religionsgeschichte und -philosophie sowie Indologie in Leipzig als Angehöriger des erweiterten Lehrkörpers der theologischen Fakultät in einer Reihe einschlägiger internationaler Fachzeitschriften und schrieb vier Bücher. Zugleich blieb Zeit für Übertragungen Paul Valérys, beginnend mit dem gesamten Frühwerk, später die von Rilke unvollständig nachgedichteten Charmes ergänzend und eine größere Anzahl beiseite gebliebener Gedichte erstmals ins Deutsche übertragend.
Seit einigen Jahren freiberuflich tätig, lebt der Autor heute wechselweise in Eisenach, ihm nach der Vertreibung und längerem zwangsläufigem Herumirren seit Jahrzehnten zur Wahlheimat geworden, und im Großraum Paris.
Ebenso erschienen sind die Gedichtbände »Wechselbilder« (2005) sowie »Herbergen anderer Stille« (2008).

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