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Thomas Eicher, Paul Michael Lützeler, Hartmut Steinecke (Hg.)Hermann BrochPolitik, Menschenrechte – und Literatur?Übergänge • Grenzfälle. Österreichische Literatur in Kontexten, hg. von Thomas Eicher, Fritz Hackert und Bernd Hamacher, Bd. 11 |
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1. Auflage 2005, 300 Seiten, |
50,00 SFr |
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Der jüdisch-österreichische Schriftsteller und Exilautor Hermann Broch (1886-1951) war nie ein Publikumsliebling, ein typischer Schulautor oder eine Figur nationaler Repräsentanz. Aber er zählt mit seinen Romanen zu den international renommiertesten Autoren der klassischen Moderne. Darüber hinaus war er an Diskursen wie Postkolonialismus, Menschenrechte, Globalisierung vor-denkend beteiligt. Broch hat ein beachtliches Werk an politischen und massenpsychologischen Schriften hinterlassen, in denen es um eine ethische Neubegründung der Menschenrechte geht, z. B. den Entwurf eines »Gesetzes zum Schutz der Menschenwürde« und das Plädoyer für einen Internationalen Gerichtshof der UNO. Er war von der universellen Gültigkeit der Menschenrechte überzeugt, und seine Stimme sollte heute angesichts der Relativierung dieser Position nach wie vor gehört werden. Seine politische Kritik, wie er sie in Romanen und theoretischen Schriften äußert, ist auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod aktuell. Broch lesen heißt, mit den Problemen unserer Zeit konfrontiert zu werden, mit Fragen der ethischen, religiösen und mythischen Grundlegung unserer Kultur wie auch mit den komplexen menschlichen Beziehungen, die von den intim-privaten bis zu den öffentlich-globalen reichen.
Die Beiträge:
Michael Kessler: Hermann Broch – Menschenrecht, Demokratie und Toleranz
Hartmut Steinecke: Menschenrecht und Judentum bei Hermann Broch vor und nach der Shoah
Thomas Hollweck: Gedanken zu einem Briefwechsel zwischen Hermann Broch und Eric Voegelin zur Menschenrechtsfrage
Gunther Martens: Hermann Broch – Ethik der Erzählform
Paul Michael Lützeler: Hermann Broch, Max Weber und Bismarck: Die Polenfrage im Pasenow
Alice Stašková: Das Werk als Opfer. Zur Ethik der Ästhetik in der Romantrilogie Die Schlafwandler
Markus Pissarek: Hermann Brochs Verzauberung: Decouvrierung nationalsozialistischer Ideologie
Barbara Picht: Vom Wandel des wissenschaftlichen Selbstverständnisses Hermann Brochs im Exil
Thomas Borgard: Planetarische Poetologie. Die symptomatische Bedeutung der Masse im amerikanischen Exilwerk Hermann Brochs
Gesa von Essen: Hermann Brochs Ideen zur Reform der Universitäten
Jürgen Heizmann: Dichtung versus Imperium in Brochs Tod des Vergil
Esther V. Schneider Handschin: Politisch-Juristisches in Hermann Brochs Die Schuldlosen
Österreichs literarischer Wiederaufbau nach 1945