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Kirsten WinderlichDie Stadt zum Sprechen bringenSprachwerke im öffentlichen Raum – Performative AnnäherungenArtificium – Schriften zu Kunst und Kunstvermittlung, hg. von Kunibert Bering, Bd. 22 |
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1. Auflage 2005, 332 Seiten mit |
59,00 SFr |
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Neben Texten, die informieren, für Werbung eingesetzt werden oder als Leitsystem fungieren, fallen heute noch andere Formen von Text im Stadtraum auf, und zwar Texte, die sich in Fassaden und Mauern einfügen, integraler Bestandteil der Architektur und des öffentlichen Raumes sind.
Das Besondere dieser Sprachwerke ist, dass diese nicht auf rein visuellem Wege zu erschließen sind, sondern von ihren Betrachtern eine Bewegung und damit eine körperlich-sinnliche Beteiligung beim Lesen einfordern. Die Sprachwerke oszillieren zwischen ortsbezogenem Werk und raumkonstituierender Aufführung, in der die Präsenz der Menschen, die Wahrnehmung und Erfahrung der Vorübergehenden auf besondere Weise Teil der Sprachwerke und damit zu einem bewusst erlebten Geschehen des öffentlichen Raumes werden.
Für die Untersuchung der Sprachwerke und ihres Wirkungspotentials hat Kirsten Winderlich ein induktives, ästhetisch-qualitatives und künstlerisches Verfahren entwickelt. Dieses Verschriftlichungsverfahren, das sich medialer Montageverfahren bedient, hat die Autorin exemplarisch an Kunstwerken und Orten in Berlin angewendet. Das Ziel war, mit Hilfe der Verschriftlichungsprozesse, gekoppelt an Fotografie, Zeichnung und Inszenierung, ein selbstreflexives und epistemisches Schreiben zu entwickeln, das das komplexe ästhetische Erfahrungspotential, das Performative der Sprachwerke greifbar macht. Die Methoden nehmen hierbei Schritt für Schritt die bereits erfahrene und greifbar gemachte Struktur der Sprachwerke auf. Sie bilden ein Äquivalent zum Aufführungscharakter der Sprachwerke. Dieses Vorgehen knüpft an den aktuellen Diskurs der Kunstpädagogik an, Forschungsmethoden zu entwickeln und zu erproben, die ästhetische Erfahrungs- und Bildungsprozesse rekonstruieren und kommunizierbar machen.
Rezensionen:
»Das Buch ist nicht nur wegen seines Inhalts zu empfehlen. Es ist ausgesprochen gut redigiert sowie übersichtlich und anschaulich gestaltet, was für eine wissenschaftliche Arbeit nicht immer selbstverständlich ist. Die Lektüre macht aus diesen Gründen einfach Spaß.«
Klaus-Peter Busse, Kunst+Unterricht 304/305/2006
»Eingebettet in einen theoretischen Rahmen, der die Sprachwerke in einen kunst- und rezeptionsgeschichtlichen Kontext einfügt, ist der Autorin nicht nur eine intensive Auseinandersetzung mit einem bisher nur wenig erschlossenen Kapitel aktueller Gegenwartskunst, sondern auch eine überzeugende Methode für eine erweiterte kunstpädagogische Praxis geglückt.«
Robert Uhde, kulturpolitische mitteilungen 113, II/2006
»Thema des Buches ist die Frage, wie solche Sprachwerke im öffentlichen Stadtraum unter subjektiven und performativen Vorzeichen kunstwissenschaftlich untersucht werden können. An dieser Stelle kommt auch die aktuelle Kunstpädagogik ins Spiel. Denn für sie sind subjektiv-ästhetische sowie prozessuale Verfahren der Werkanalyse zentral. Und hier wiederum sind Verbindungen zwischen künstlerischen, etwa kartografischen Herangehensweisen und an vorwissenschaftlichen Alltagserfahrungen orientierte Methoden, verbunden mit wissenschaftlichen Erkenntnisformen von Bedeutung [...]. Kern des Buches ist die Entwicklung einer vielschrittigen Untersuchungsmethode, die mit ›Annäherung‹, ›Sequenzen‹, ›Montagen‹ und ›Differenzen‹ benannt wird und die sehr überzeugend an drei künstlerischen Sprachwerken [...] exemplarisch vorgestellt und präzisiert wird. Hierbei sind nicht nur die subjektiven und aufgezeichneten Rezeptionsprozesse der Autorin berücksichtigt, sondern auch die zufällig ausgewählter Passanten. Neben unterschiedlichen Sprach- und Textformen wird die Fotografie überzeugend genutzt, um sehr differente Rezeptionsprozesse festzuhalten und zu interpretieren. Die Übertragung auf andere (Kunst)Werke, deren zentrale Kategorien Raum, Sprache und Ereignis sind [...], ist ersichtlich, wodurch dieser hervorragenden, innovativen Arbeit von Kirsten Winderlich eine wegweisende Bedeutung sowohl in kunstwissenschaftlicher als auch in kunstpädagogischer Hinsicht zukommt.«
Georg Peez, BDK Rundbrief NRW, März 2006
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