|
Marthia DoerkDie Welt reibt sich an mirGedichte aus Worten wie Berührungen |
|
|
1. Auflage 1998, 72 Seiten m. 4 Abb., |
21,00 SFr |
|
Auf den ersten Blick erscheinen Marthia Doerks Gedichte nicht so leicht zugänglich, eher spröde als gefällig – vielleicht, da sie vordergründig nur schwer gängigen formalen Kriterien entsprechen.
Bei näherem Hinsehen wird man jedoch zutiefst berührt von der klaren, expressiven Sprache, die Ängste und Zweifel beschreibt, eigenen Ansprüchen und denen anderer nicht zu genügen. Dabei geht es oft um die eigene Rolle als Frau, um die »haßgeliebte Weiblichkeit«, die als enorme Energie, aber in ihrer Vielschichtigkeit auch als große, manchmal scheinbar erdrückende Verantwortung begriffen wird. Das Wissen um die Polarität von Leben und Tod, Jugend und Vergänglichkeit, Nähe und Einsamkeit, Glück und Schmerz macht den Reiz der Texte aus, die einfühlsam auch die dunklen Stimmungen auffangen und widerspiegeln, ohne sich darin zu verlieren.
So wird Schwermut nicht zur Mutlosigkeit, und Selbstzweifel münden nicht in Verzweiflung – vielmehr entdeckt man, daß die Auseinandersetzung mit ihnen erst die Möglichkeit birgt, neue Wege zu beschreiten.