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Erich G. Fritz (Hg.)Russland unter Putin: Weg ohne Demokratie |
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1. Auflage 2005, 248 Seiten, |
34,00 SFr |
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Seit 55 Jahren fördert die Auslandsgesellschaft NRW e.V. das Verständnis von Menschen und fremden Kulturen im Geist von Toleranz, Humanität und internationaler Freundschaft. Trotz der politischen Gegensätze zwischen der jungen Bundesrepublik Deutschland und der damaligen Sowjetunion bekundete die im Jahre 1949 gegründete Auslandsgesellschaft ihren Willen, Beziehungen mit der Sowjetunion aufzunehmen, um Versöhnung herbeizuführen, Verständnis füreinander zu fördern und ein friedliches Zusammenleben beider Völker zu ermöglichen.
Der vorliegende Band der Publikationsreihe »Forum Internationale Politik« befasst sich mit der Frage, ob Russland unter Putin seinen Weg ohne Demokratie beschreitet oder ob gerade Putins Politik der russische Weg zur Demokratie ist. Dabei herrscht unter den Autoren wie den meisten Beobachtern Russlands Ungewissheit darüber, ob die Konsolidierung der Macht wichtige Voraussetzung für eine Demokratisierung ist oder ob Russland längst die neue Transformation von einer unvollkommenen formalen Demokratie in eine perfekte Autokratie vollzogen hat.
Die Beiträge:
Gernot Erler: Beslan und die Folgen. Moskaus Kaukasuspolitik und die russische Transformation
Erich G. Fritz: Stabilität und Ordnung ohne Freiheit und Demokratie? Chancen und Voraussetzungen einer demokratischen Entwicklung Russlands
Ruslan Grinberg: Ordnung und wirtschaftlicher Erfolg ohne Entwicklung zur Demokratie?
Andreas-Renatus Hartmann: Die russische Außenpolitik, die neue Nachbarschaftspolitik der EU und die Beziehungen EU-Russland aus Brüsseler Sicht
Markus Ingenlath, Konstantin Kostjuk: Religionsgemeinschaften in Russland. Eine deutsche Sicht
Andrei Kortunov: Formlose Gesellschaft? Die Rolle gesellschaftlicher Organisationen in Russland. Eine russische Sicht
Elena Miroschnikowa: Die Stellung der Religionsgemeinschaften in Russland. Eine russische Sicht
Claudia Nolte: »Gelenkte Demokratie«. Weg zum autoritären Staat?
Friedbert Pflüger: Die Präsidentschaftswahl und ihre Folgen. Russland darf kein Ausnahmepartner sein
Alexander Rahr: Gute und schlechte Oligarchen. Der Umgang Putins mit den neuen Reichen
Wladimir Ryschkow: Die Vierte Duma als Ballast für die russische Demokratie
Jens Siegert: Tschetschenien, der Kampf gegen den Terror und für Menschenrechte
Wolfgang Schäuble: Das deutsch-russische Verhältnis
Kristina Schmelzer-Schwind: Formlose Gesellschaft? Die Rolle gesellschaftlicher Organisationen in Russland. Eine deutsche Sicht
Heinrich Vogel: Die verletzte Großmacht. Voraussetzungen für einen Umgang mit Russland
Margarete Wiest: Stärkung oder Schwächung des Demokratieprinzips? Der Föderationsrat unter Putin
Rezensionen:
»Die Publikation vereint eine Reihe russischer und deutscher Experten, die ihre Position zur russischen Entwicklung darstellen. [...] Was den Band vor anderen deutschen Publikationen auszeichnet, ist der Umstand, dass es dem Herausgeber gelungen ist, eine Reihe aktiver deutscher Politiker aus verschiedenen politischen Lagern als Autoren zu gewinnen. Wolfgang Schäuble, Friedbert Pflüger, Claudia Nolte und Erich G. Fritz analysieren Russland von einem christlich-demokratischen Standpunkt aus, Gernot Erler bewertet Moskaus Kaukasus-Politik und die russische Transformation als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Jens Siegert, der Vertreter der Böll-Stiftung Moskau, skizziert seine Einschätzung der Menschenrechtsfrage, und Markus Ingenlath, der bis vor kurzem die entsprechende Position bei der Konrad-Adenauer-Stiftung innehatte, erörtert die Lage der Religionsgemeinschaften.
Indem der Band so Autoren verschiedener politischer Lager in der Diskussion über die russische Entwicklung zusammenführt, entsteht ein interessanter Band […]. Die Publikation vermittelt einen guten Eindruck davon, wie Russland in der deutschen politischen Klasse wahrgenommen wird.«
Internationale Politik, Oktober 2005