Dialog Kunst – Raum

Katja Noltze

Dialog Kunst – Raum

Situative Innenrauminstallation als Wahrnehmungsangebot und Lernort

Artificium – Schriften zu Kunst und Kunstvermittlung, hg. von Kunibert Bering, Bd. 19

1. Auflage 2005, 252 Seiten mit
8 Farb- und 27 Schwarz-Weiß-Tafeln,
Broschur 15,8 x 23,5 cm
ISBN: 978-3-89896-206-3

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Künstler der Gegenwart transformieren mit Installationselementen aus unterschiedlichen Materialien, mit medialen Verfahren, ephemeren Inszenierungen und direkten Eingriffen in die Bausubstanz die gewohnte Realität in eine neue, lösen die Reflexion über den architektonischen Ort und über die durch die künstlerische Operation veränderte räumliche Situation aus. Mit Objekten, Farbe und Licht, Klang, Körpersprache und Video wird ihre Arbeit zu einem intermedialen Verfahren, mit dem sie Spielräume für menschliches Verhalten eröffnen.

Im Umgang mit solchen situativen Raumkonzepten lassen sich beispielhaft fundamentale Kriterien von Kunst, vor allem derjenigen der Gegenwart, für den Besucher vor Ort erfahren und formulieren: die Partizipation des Betrachters, das Kunstwerk als Situation, die Interdisziplinarität von Kunst, die Vielansichtigkeit von Wirklichkeit, das Kunstwerk als Kommunikationsort und Denkraum, die Bedeutung der Körperlichkeit für den Wahrnehmungsprozess, die Auswirkungen kontextualer Bedingungen auf die Rezeption eines Kunstwerkes.

Anhand der Untersuchung exemplarisch ausgewählter Raumkunstwerke von Hartmut Böhm (Kunstraum Buchberg) und Rebecca Horn (Projekt Synagoge Stommeln) sowie ortsspezifischen Installationsprojekten von Studierenden der Kunstpädagogik veranschaulicht die Autorin wesentliche Aspekte einer Künstlerischen Bildung: Subjektorientierung, differenzierte Wahrnehmungsleistung, Kommunikationsfähigkeit, Bewusstseinserweiterung, Einübung in demokratische Prozesse, Verantwortung gegenüber dem menschlichen Lebenskontext, Bewährung und Konstituierung innerhalb virtueller Weltkonstrukte.

 


Informationen zur Autorin

Katja Noltze, geb. 1963, Studien der Kunstgeschichte und Kunstpädagogik in Karlsruhe und München, 1990 Magister Artium, 1994/95 1. und 2. Staatsexamen für den Primar- und Sekundarbereich, Lehrtätigkeit an Grund- und Hauptschulen, 1990 bis 1994 wissenschaftliche Assistentin von Professor Heinrich Klumbies, Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, 1994/1995 freie Mitarbeiterin der Städtischen Galerie Karlsruhe, 1995 bis 2004 Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, 2004 Promotion. Publikationen zur industriearchäologischen Forschung und zur Gegenwartskunst. Arbeitsschwerpunkte: Kunstwissenschaft, Ästhetik, Künstlerische Bildung; Forschungsprojekte v. a. zur ortsspezifischen Kunst.

 


 

Rezensionen:

»Katja Noltzes Darlegungen bieten ein reiches methodologisches Material für den partizipativen, rezipierenden und produzierenden Umgang mit architekturgebundenen Installationen. Und damit auch eine Reihe von wesentlichen Argumenten für einen (erweiterten) Kunstbegriff.«
Joachim Kettel, Kunst+Unterricht 304/305/2006

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