Künstlerische Bildung nach Pisa

Joachim Kettel, Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK), Landesakademie Schloss Rotenfels (Hg.)

Künstlerische Bildung nach Pisa

Beiträge zum Internationalen Symposium »Mapping Blind Spaces – Neue Wege zwischen Kunst und Bildung«. Museum für Neue Kunst im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und Landesakademie Schloss Rotenfels 08.-10.10.2003

Artificium – Schriften zu Kunst und Kunstvermittlung, hg. von Kunibert Bering, Bd. 18

1. Auflage 2004, 464 Seiten, 262 sw-Abb.,
Breitklappenbroschur 22 x 28,7 cm
ISBN: 978-3-89896-205-6

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»Diese Veröffentlichung liefert viele Argumente und mag Initiativen wecken, dass die gegenwärtige Situation der ›neuen großen Bildungsreform‹ (so der Vertreter des BMBF in seinem Grußwort) sich zugunsten einer Kunstdidaktik entwickelt, die sich verstärkt als Kunst versteht.«
Georg Peez, BDK-Info Hessen 1/05

Der vorliegende Band versammelt Beiträge des internationalen Symposiums »Mapping Blind Spaces – Neue Wege zwischen Kunst und Bildung. Zur Künstlerischen Bildung nach Pisa«.

Dieses Symposium zur universitären, schulischen und außerschulischen künstlerischen Bildung als Ressource individueller und gesellschaftlicher Entwicklung fand im Oktober 2003 im Museum für Neue Kunst im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und an der Landesakademie Schloss Rotenfels, Gaggenau/Bad Rotenfels statt.

Mindestens seit Beginn der 90er Jahre wird in der kunstpädagogischen und kunstdidaktischen Diskussion ein neues Paradigma immer unüberhörbarer, das sich deutlich von den bisherigen diskursbestimmenden Paradigmen und Begründungszusammenhängen distanziert, und in seiner Konzeption der künstlerischen Bildung eine radikale Neubestimmung vor dem Hintergrund sich rapide wandelnder gesellschaftlicher Herausforderungen, vor allem in der Kultur und den Künsten, aber auch den Sozialwissenschaften, der Pädagogik, Philosophie und den Kognitionswissenschaften entwirft.

Die in diesem Band versammelten Beiträge erforschen aus unterschiedlichen disziplinären Blickrichtungen die immense Potenzialität und paradigmatische Bedeutung von Prozessen, Methoden und Strategien der künstlerischen Bildung für die individuelle und gesellschaftliche Entwicklung. Die künstlerische Bildung wird auf diese Weise als Korrektiv und Ergänzung zu den in den internationalen Bildungsstudien ermittelten Ergebnissen in den gesellschaftlichen Bildungsdiskurs eingebracht, mit dem Hauptziel, vielfältige Untersuchungen der bildenden Potenziale anzuregen und die gesellschaftliche Wahrnehmung der Bedeutung der künstlerischen Bildung für individuelle und gesellschaftliche Entwicklungs- und Gestaltungsprozesse zu verstärken.

Dies erhält besondere Relevanz vor dem Hintergrund der aktuellen bildungspolitischen Diskussion über die Entwicklung nationaler Bildungsstandards, Kompetenzprofile und die Weiterentwicklung von Schulen sowie des Schulsystems hin zur »operativ eigenständigen Schule/Ganztagsschule«. Hierzu haben die namhaften deutschen Spitzenverbände der schulischen und außerschulischen ästhetisch-künstlerisch-kulturellen Bildung umfangreiche Einzelstudien in den vorliegenden Band eingebracht.

Im Zentrum dieser Publikation stehen die Förderung von Lernfähigkeit und die Ausbildung von Schlüsselkompetenzen im Spannungsfeld universitärer, schulischer und außerschulischer künstlerischer und/oder kunstpädagogischer Transformationsarbeit – auch für die hierin involvierten Lehrenden.

Unter dem Motto »Vernetzte Wege zwischen Kunst und Bildung« wurde im Rahmen des Symposiums ein Workshoptag durchgeführt, der die Idee einer inhaltlichen Vernetzung theoretischer, künstlerischer und schulischer Felder in unterschiedlichen Themenmodulen aufgriff, um im interaktiven Prozess über die institutionellen Grenzen der Arbeitsbereiche hinweg an innovativen Bildungskonzepten zu arbeiten.

Der Schwerpunkt wurde dabei auf die Erprobung und Diskussion verschiedener Ansätze, Themenstellungen, Methoden und Strategien der künstlerischen Bildung vornehmlich in schulischen Vermittlungsexperimenten gelegt. Das Veranstaltungsdesign des Workshoptages sollte selbst zu einem Entwurf neuer Lehr- und Lernformen werden und wird in den diversen Beiträgen zu den Workshops anschaulich dokumentiert.

Angesichts einer vielfältig ausgeprägten kulturell-künstlerischen Bildungslandschaft werden im vorliegenden Band in exemplarischer Weise die verschiedenen Vermittlungskontexte dargestellt und ihre künstlerisch arbeitenden Akteure zum Sprechen und Handeln gebracht. Anhand konkreter Praxis-Projekte erhalten Lernorte und ihre Vernetzung in gesellschaftlich-lebensweltlichen Kontexten, künstlerische Vermittlungsstrategien und Lernende selbst sowie ihre individuellen Bildungsprozesse, Qualität und Nachhaltigkeit ihres Lernens, besondere Aufmerksamkeit.

Ebenso hinsichtlich möglicher Synergien und Vernetzungsstrukturen zwischen den jeweiligen Orten der kulturell-künstlerischen Bildungskartografie(n), ihres vertieften Austauschs und ihrer Zusammenarbeit – über systemische Grenzen und Logiken hinweg. Deshalb werden in diesem Band neben kunstpädagogischen gerade auch künstlerische Vermittlungsprojekte in gesellschaftlich-lebensweltlichen Kontexten, die von Seiten der Künstlerinnen und Künstler initiiert, durchgeführt und evaluiert wurden, vorgestellt und auf ihren künstlerischen Bildungsgehalt befragt.

Schließlich werden hiermit auch Fragestellungen nach weiterer beruflicher Professionalisierung der im Schnittstellenbereich arbeitenden Vermittlerinnen und Vermittler sowie die Ausprägung spezifischer Kompetenzprofile für fruchtbare und nachhaltige künstlerische Bildungsprozesse aufgezeigt.

Eine Kooperation der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) und der Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels. In Zusammenarbeit mit dem Museum für Neue Kunst im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe sowie dem Bund Deutscher Kunsterzieher (BDK), dem Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen (BJKE), der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (BKJ) und der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren.

 

Beiträge von:
Kunibert Bering, Christine Biehler, Ina Bielenberg, Burkard Blümlein, Rainer Braxmeier, Christof Breidenich, Christiane Brohl, Eberhard Brügel, H.C. Rainer Büchner, Carl-Peter Buschkühle, Ralf Christofori, Karin Danner, Mechthild Eickhoff, Karl Frank, Michael Fritz, Stella Geppert, Ragani Haas, Claudia Hefer-Hartmann, Klaus Heid, Ulrich Heimann, Michael Herczeg, Norbert Hilbig, Stefan Hölscher, Ingrid Höpel, Susanne Hofmann, Dieter Hummel, Ruediger John, Christiane Jürgens, Paul* Manfred Kästner, Britta Kaiser-Schuster, Peter Kamp, Helmuth Kern, Hans Konrad Koch, Heiner Keupp, Joachim Kettel, Edmund Kösel, Michael J. Kolodziej, Stefanie Marr, Björn Maurer, Hans-Georg Mehlhorn, Ingrid Merkel, Margot Müller-Hecker, Horst Niesyto, Karl-Josef Pazzini, Claudia Pella, Stefan Peter, Martin Pfeiffer, Martti Raevaara, Gerald Raunig, Günter Regel, Daniela Reimann, Uta M. Reindl, Michael Scheibel, Simone Schmidt-Apel, Claudia Schönherr-Heinrich, Hanne Seitz, Reimar Stielow, Christine Stöger, Klaus-Martin Treder, Mario Urlaß, Dieter Warzecha, Silke Wießner, Thomas Winkler, Gerd-Peter Zaake, Wolfgang Zacharias, Wolfgang Zinggl.

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