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Hélène Barrière, Thomas Eicher, Manfred Müller (Hg.)Schuld-KomplexeDas Werk Alexander Lernet-Holenias |
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1. Auflage 2004, 216 Seiten, |
47,00 SFr |
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Die österreichische Literatur besteht derzeit aus zwei Autoren, aus dem Lernet und dem Holenia«. Dieses Diktum Hans Weigels aus dem Jahr 1948 weist Alexander Lernet-Holenia (1897-1976) nolens volens eine paradigmatische Rolle in der österreichischen Nachkriegsliteratur zu. Sein Name stand für die von vielen gewünschte Kontinuität eines nichtnationalsozialistischen Konservativismus, der zudem von der Kulturpolitik des Landes gefördert wurde. Mit seinem Festhalten am Habsburg-Mythos und seinem strikten literarischen Traditionalismus scheint sich Lernet-Holenia nahtlos in das Bild der österreichischen Nachkriegszeit einzufügen. Dabei sind gerade seine zwischen 1945 und 1955 verfaßten Texte durchaus nicht unpolitisch oder gar frei von zeitkritischen Untertönen.
Dieser Sammelband nimmt die Wechselwirkung zwischen Texten des Autors, Zeitgeschichte und Rezeption in den Blick. Er versucht eine Einordnung Lernet-Holenias in Wirkungszusammenhänge und leistet damit einen Beitrag zur Erforschung des Literaturbetriebs im Österreich der Nachkriegszeit.
Die Beiträge:
Thomas Eicher: Alexander Lernet-Holenia und die österreichische Nachkriegszeit
Leopold Decloedt: Ein »Pferd unter Rössern«. Alexander Lernet-Holenia in der österreichischen Presse der Jahre 1945-1960
Bernd Hamacher: Alexander Lernet-Holenia und das Judentum
Daniela Strigl: »Es gibt Taten, die so ungeheuer sind, daß keine Sühne hilft«. Über das Zeitgemäße an Lernets Germanien
Thomas Hübel: Die leichte Last. Figuren des Opferausschlusses in Lernet-Holenias Germanien
Jean-Jacques Pollet: Die Phantastik der Annexion. Alexander Lernet-Holenias Lektüre des Anschlusses in Der Graf von Saint-Germain (1948)
Rüdiger Görner: »Die Bruchflächen funkeln lassen«. Über Gottfried Benns »Erwiderung an Alexander Lernet-Holenia«
Manfred Müller: »Almsäue, Baumriesen und Krüppelwacholder«. Zur Naturdarstellung in Alexander Lernet-Holenias Roman Die Inseln unter dem Winde
Hélène Barrière: Ein Ritter von der traurigen Gestalt? Zur Aufnahme des Grafen Luna zehn Jahre nach Kriegsende
Gertraud Steiner Daviau: Alexander Lernet-Holenias Filme der Nachkriegszeit. Stellungnahmen eines Unangepaßten
Lesebuch und »Nachgeholte Kritik«
Dietmar Grieser liest Alexander Lernet-Holenia