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Kornelia ImeschMagnificenza als architektonische KategorieIndividuelle Selbstdarstellung versus ästhetische Verwirklichung von Gemeinschaft in den venezianischen Villen Palladios und ScamozzisArtificium – Schriften zu Kunst und Kunstvermittlung, hg. von Kunibert Bering, Bd. 11 |
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1. Aufl. 2003, 316 S. mit 155 sw-Abb., |
73,50 SFr |
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Magnificenza kann für die frühe Neuzeit als Schlüsselbegriff bezeichnet werden, in dem sich sakrale, ästhetische und sozial-ethische Aspekte wechselseitig durchdringen. Sie diente der ästhetischen Vermittlung eines anspruchsvollen Kulturprogramms. Großartigkeit fand ihren Ausdruck in einem architektonischen Stil mit nationalen und politischen Bezügen, und sie war ein wesentlicher Bestandteil des patriarchalen, sakral konnotierten hierarchischen Ordnungs- und Machtsystems. In Magnificenza artikulierte sich deshalb ein spezifisches Gesellschaftsverständnis und ein individueller ebenso wie familiärer Selbstanspruch, mit ihr ließen sich politische und ideologische Standpunkte vermitteln.
Dieser umfassenden Bedeutung des ursprünglich aristotelischen Konzepts in Venedig trägt die Arbeit in Titel und inhaltlicher Ausrichtung Rechnung. Sie untersucht erstmals systematisch die Relevanz des antiken Begriffs für die venezianischen Villen Andrea Palladios und Vincenzo Scamozzis. Anhand von Architekturtraktaten und anderen Schriften der Zeit und geplanten oder realisierten Bauten wird die komplexe, eminent rhetorisch ausgerichtete Auseinandersetzung beider Architekten mit Magnificenza in Theorie und Praxis dargelegt und in den Kontext von Staatsverständnis, Kultur- und Wirtschaftspolitik, Auftraggeberschaft, Baupraxis und ideal sowie der Wohndisposition nach Geschlechtern gestellt.
Informationen zur Autorin
Kornelia Imesch studierte Kunstgeschichte, Ethnologie und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Fribourg. Lizentiat, Promotion und Habilitation in Kunstgeschichte an den Universitäten Fribourg und Zürich. Mehrjährige Forschungsaufenthalte in Italien. Lehraufträge und Vorträge an Universitäten und Forschungsinstituten des In- und Auslands. Mitarbeit in Kolloquien und Ausstellungskonzeption. Seit 2000 Leiterin des Wissenschaftsforums am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, seit 2002 zudem Privatdozentin an der Universität Zürich. Zahlreiche kunst- und architekturgeschichtliche Publikationen.
Rezensionen:
»Mit ihrer an der Universität Zürich eingereichten und mittlerweile publizierten Habilitationsschrift ›Magnificenza als architektonische Kategorie‹ legt Kornelia Imesch nun eine fundierte und streckenweise gar revolutionäre Schrift zum Verständnis und Wesen der Magnificenza vor. [...] Abschließend betrachtet zeichnet sich Kornelia Imeschs Buch nicht nur durch eine beeindruckende Vertrautheit mit der komplexen Materie sondern auch durch viele innovative Forschungsansätze aus. Als erste formuliert und untermauert sie die Bedeutung und den Impetus, der von der Begrifflichkeit der Magnificenza auf Scamozzis und besonders auf Palladios Architektur und ihre Theorie überging. [...] Die Erfolgsgeschichte dieser Architektur mit ihren systematisierten Pathos- oder eben Großartigkeitsformen erklärt sich dank Imeschs Untersuchung nun um einiges einfacher und plausibler.«
Portal Kunstgeschichte, 6.02.2004
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